aktuelle Informationen

Sabine Ellerbrock Rollstuhltennis

Japan Open (ITFSS), Lizuka, Japan 

vom 16. - 21. Mai

Am Sonntag ist Sabine nach mehr als 27 Stunden Anreise in Lizuka angekommen. Bei dem wichtigen Super Series Turnier muss sich Sabine (wie schon in Südafrika) als absolute Einzelkämpferin behaupten und das vor dem Hintergrund der Qualifikation für die US Open und Masters und einem sehr stark besetzten Feld. Mittwoch, 17. Mai

Doppel Viertelfinale erreicht, Donnerstag erstes Einzel

Mit ihrer Partnerin Kanako Domori hat Sabine die erste Runde gegen die japanische Paarung Miyama/Sugiyama mit 6:1/6:3 gewonnen. Im Viertelfinale treffen sie auf die an Nummer zwei gesetzten Buis (NED)/Kamiji (JPN), gehen aber nur als Aussenseiter in das Match. In ihrem ersten Einzel spielt Sabine morgen gegen die Japanerin Saki Takamuro. Donnerstag, 18. Mai

Im Einzel Viertelfinale erreicht, im Doppel im Viertelfinale

unterlegen

Sabine hat heute auch im Einzel das Viertelfinale erreicht. Sie ließ der japanischen Newcomerin Saki Takamuro beim 6:1/6:1 keine Chance. Im Einzel trifft sie überraschend auf die Thailänderin Kanthasit, die die WRL 4. Buis deutlich mit 6:4/6:1 besiegte. Sabine ist gewarnt, weiß sie um die Stärken der Thailänderin: "Sie spielt fast nur in Asien, daher entspricht ihr Ranking nicht ihrem tatsächlichen Können. Sie spielt sehr unangenehm, es ist kaum möglich Rhythmus zu finden. Die cleverere Spielerin wird gewinnen. Es wird ein sehr taktisches Spiel werden, denn sie liebt es, wenn die Gegnerin schnell spielt." Bisher haben beide erst einmal gegeneinander gespielt. 2015 siegte Ellerbrock in drei Sätzen. Wie auch heute werden am Freitag hoch sommerliche Temperaturen erwartet, vorhergesagt sind 30 Grad, eigentlich eine Umgebungstemperatur, die die konditionell starke Sabine liebt. Nicht unerwartet haben Sabine und die Japanerin Kanako Domori (Foto rechts) das Viertelfinale gegen die hoch favorisierten Kamiji (JPN)/Buis (NED) verloren (2:6/1:6). Samstag, 20. Mai

Aus im Viertelfinale

Sabine hat das Viertelfinale gegen die Thailänderin Khanthasit mit 1:6/1:6 verloren. "Das Spiel ging völlig an mir vorbei. Ich kann nicht einmal sagen, ich hätte schlecht gespielt. Sie hat mir wenig Chance gegeben ins Spiel zu finden und die, die ich hatte, habe ich nicht konsequent genutzt, weil ich nicht in der Lage war, den Kopf frei zu bekommen.“ Sabine gab nach dem Match zu, dass die Rahmenbedingungen extrem belasten : "Alle Nationen um dich herum reisen im Team. Es sind immer Hittingpartner und Trainer da bei der Konkurrenz, läuft es mal nicht, kommen aufmunternde Worte vom Rand. All das gibt es halt nicht wirklich, wenn du Rollstuhltennis für Deutschland spielst. Da bist du 24h am Tag auf dich allein gestellt, musst alles organisieren und musst noch die Doppelbelastung mit dem Beruf unter einen Hut bringen. Das zerrt und ärgert, weil bei uns zwar viel erzählt wird von Inklusion, es faktisch aber noch zig Bereiche gibt, wo absolut nichts passiert, Rollstuhltennis ist einer solcher Bereiche!“ Auf das in der Woche vor Pfingsten geplante Turnier in Korea wird Sabine verzichten, die Belastung ist einfach zu groß, wissend, dass die Konkurrenz dort sogar zwei ITF1-Turniere spielt. "Gesundheitlich bin ich zu sehr angeschlagen und auch ohne dies würde alleine der Reisestress und würden die Berufsverpflichtungen die Chance auf ein gutes Abschneiden minimieren. Irgendwann ist dann auch alles nicht nur eine Kopf, sondern auch eine Kostenfrage." Somit wird Sabine vermutlich erst wieder im Juni beim Grand Slam Turnier in Paris aufschlagen.

French Open (ITFGS), Paris, Frankreich

vom 08. - 10. Juni

Donnerstag, 8. Juni

Sabine im Einzel-Halbfinale

Sabine hat das Einzelhalbfinale bei den French Open mit einem deutlichen Sieg (6:3/6:2) gegen Jordanne Whiley (GBR) erreicht und spielt morgen (Freitag) gegen Aniek Van Koot (NED) um den Einzug ins Finale. Van Koot hatte sich nach langem Kampf gegen die aktuelle Nummer 1 und Landsfrau J. Griffioen durchsetzen können (6:7(4)/6:0/6:3). Nach ziemlich genau einer Stunde Spielzeit war es geschafft, die Bielefelderin hatte nach einem Doppelfehler der Britin das Halbfinale erreicht. Es war nach dem wenig glücklichen Tagesverlauf schon bewundernswert, wie konzentriert Sabine das Match von Beginn an bestimmte und ihrer Gegnerin an diesem frühen Abend im hochsommerlichen Paris mit einer guten, phasenweise sogar starken Leistung, keine wirkliche Chance ließ. Der heutige lange Tag hatte, genau wie schon der Mittwoch, für erhebliche Unruhe gesorgt. Grund war vor allem die Bereitstellung und Koordination der Trainingseinheiten. Heute waren es nur 30 Minuten und gestern hatte nur Sabine keine Möglichkeit, mit Trainer B. Kerbein und Hittingpartner D. Vogt auf den Coarts in Roland Garros selbst trainieren zu können. Gott sei Dank ohne Folgen, aber ein Anlass, die Organisatoren stärker zu „fordern“. Nach dem Halbfinale Einzel (2. Ansetzung nach 11 Uhr am Freitag) werden am Nachmittag noch die Halbfinale im Doppel gespielt. Mit ihrer Partnerin Charlotte Famin (FRA) wird Sabine gegen die an Nummer 1 gesetzten Griffioen/V. Koot (beide NED) antreten. Freitag, 9. Juni

Eine ganz starke Leistung: Finale

In einem extrem spannenden Match gegen die Holländerin Aniek Van Koot gelang Sabine mit einem 7:6(2)/7:6(5) der Einzug in das Finale bei den French Open und sie wird morgen gegen Yui Kamiji (Japan) um den Einzeltitel bei diesem traditionsreichen Turnier in Roland Garros kämpfen. Kamiji konnte sich im zweiten Halbfinale gegen die Vorjahressiegerin M. Buis (Niederlande) ebenfalls in zwei Sätzen durchsetzen. Das Halbfinale gegen Van Koot war von Beginn an ausgeglichen, die Damen spielten auf „Augenhöhe“ und kämpften um jeden Punkt. In den das Spiel letztlich entscheidenden Momenten war es aber Sabine, die die Punkte machte und nach einem kurzen „Hänger“ Anfang des zweiten Satzes schnell wieder „in ihr Spiel“ zurück fand, sich nicht aus ihrem Konzept bringen ließ und souverän die beide Sätze entscheidenden Tie Breaks spielte. Für Sabine ist es morgen das dritte Einzelfinale bei den French Open. Nach ihrem Sieg 2013  musste sie sich im vergangenen Jahr gegen Buis im Finale geschlagen geben. Morgen geht Kamiji als Favoritin in das Finale, für Sabine war das Erreichen des Finales „… eines der bewegendsten Momente nach Monaten, die viel schwerer nicht sein konnten ..“. Entsprechend wird sie entspannt, aber hoch motiviert Samstag gegen 13 Uhr auf Coart 6 in das Finale gehen, unterstützt von ihrem Team und vielen treuen französischen Fans. Im Doppelhalbfinale mussten sich Sabine und ihre französische Partnerin Charlotte Famin am späten Nachmittag knapp gegen die an Nummer 1 gesetzten J. Griffioen/A. Van Koot (beide NED) mit 4:6/4:6 geschlagen geben. Der ersten Satz hätten Sabine und C. Famin durchaus für sich entscheiden können und im zweiten Satz gelang ihnen nach einem 2:5 – angefeuert durch das französische Publikum – fast der Ausgleich zum 5:5, weil die Holländerinnen zunehmend nervös wurden, letztlich aber mit etwas Glück den entscheidenden Punkt zum 6:4 machten. Samstag, 10. Juni

Runner-Up in Roland Garros nach unglücklicher

Finalniederlage

Sabine hat das Einzelfinale nach zwei Stunden Spielzeit und hartem Kampf knapp mit 5:7 und 4:6 gegen die aktuelle Nr.2 der Weltrangliste Yui Kamiji (Japan) verloren. Der Spielverlauf des Endspiels hätte unglücklicher nicht sein können: Sabine dominierte bis zum 2:1 das Spiel, hatte Spielball zum 3:1, als eine deutliche Fehlentscheidung des Stuhlschiedsrichters Sabine den Punkt kostete und die Japanerin zum 2:2 ausglich. Der Ball war deutlich hinter der Grundlinie gelandet, Sabine stoppte daraufhin das Spiel und markierte den Abdruck. "Der Ball war so klar im AUS, dass ich sicher war, der Stuhlschiedsrichter hätte es gesehen." Weit gefehlt, er zeigte – überhaupt nicht nachvollziehbar - einen ganz anderen Abdruck, deutlich neben dem wirklichen Aufschlagpunkt (Anmerkung: Konnte ich als Beobachter in idealer Position nur bestätigen: eindeutig im Aus). Sabine verlor nach dieser Fehlentscheidung zunächst sichtbar den Faden und gab die nächsten 3 Spiele ab. "Da denkst du, so etwas kann dir dank Abdruck in einem Grand Slam Finale auf Asche nicht passieren und dann so etwas. Mein Problem in dem Moment war, dass ich mir 100 Prozent  sicher war und es ein Spielball war - es ging mir daher so schnell nicht aus dem Kopf...." Trotz 2:5 Rückstand kämpfte sich Sabine aber wieder zurück und hatte schließlich bei 5:5 zwei Spielbälle zum 6:5. Ein Linienball von Kamiji und eine Rückhand von Sabine, die nur minimal außerhalb des Spielfelds aufschlug, sorgten für eine 6:5 Führung der Japanerin, die dann den ersten Satz mit 7:5 gewinnen konnte. Auch der zweite Satz war ausgeglichen. Nach einem Break zum 3:4 geriet die Sabine aber erneut 3:5 in Rückstand, holte zwar wieder auf, konnte aber leider zwei Spielbälle nicht zum 5:5 Ausgleich nutzen. Nach knapp zwei Stunden verwandelte Kamiji schließlich den Matchball zum 7:5,6:4. Schade, das Finale hätte auch anders ausgehen können, aber Sabine hat nur drei Monate nach der Amputation ihres Unterschenkels ein super Turnier gespielt und – wie im Vorjahr - das Finale des Grand Slam Turniers erreicht und in Paris bewiesen, dass sie zur absoluten Weltspitze zählt und jede Spielerin schlagen kann. "Ich war mit dem Gesamtturnier sehr zufrieden. Es war mein 6. Grand Slam Einzelfinale und eines der emotionalsten Turniere. Nach meinem Finaleinzug im Halbfinale gegen Aniek Van Koot wurde ich von meinen Gefühlen überwältigt. Ich konnte nichts gegen die Tränen tun, ich war nach dem Matchball so emotional, dass diese einfach in den Augen standen. 2013 konnte ich hier das erste Mal den Titel holen. Damals widmete ich diesen meiner besten Freundin, Claudia Fornefeld, die Anfang 2013 an Krebs verstorben war. Sie ist seit dem jedes Jahr hier ‚bei mir’, es war 2012 das letzte Turnier, das wir gemeinsam besuchten. Außerdem waren die letzten Monate wirklich schwer für mich, sodass sich in so einem Moment dann alles entlädt, was sich an Emotionen angestaut hat." Nach der Siegerehrung ging es dann sofort mit dem Auto zurück nach Bielefeld, wartete doch am Sonntagmittag eine Rollstuhlpräsentation im Rahmen eines Bundesligaspiels in Hannover. Es blieben nach der ganz frühen Ankunft am Sonntagmorgen zwar nur wenige Stunden Schlaf, aber eine Zusage ist eine Zusage, wartete doch ein gemischtes Doppel mit Anna-Lena Grönefeld, Mirko Slomka und Rollstuhlspieler A. Dittmar. .
Jordanne Whiley (GBR)
A. V. Koot (NED)
Geschafft ….
C. Famin (FRA)
Foto: Bruno Vandenvelde

Wimbledon (ITFGS), London (GBR)

vom 13. - 16. Juli

Mittwoch, 12. Juli

Viertelfinale gegen M. Buis (NED)

Morgen ist es soweit, die Rollis starten mit dem Viertelfinale ihre erste Runde des Einzelwettbewerbs in Wimbledon, Freitag beginnt dann der Doppelwettbewerb mit dem Halbfinale. Sabines Gegnerin im Viertelfinale ist M. Buis (NED), das Match um den Einzug ins Halbfinale ist für die dritte Runde angesetzt, wird also ca. 15 Uhr (MESZ) beginnen. Betreut wird Sabine in London von Ingo Herzgerodt, Trainer von Anna-Lena Grönefeld und - genau wie Sabine - sehr zufrieden mit den ersten gemeinsamen Trainingseinheiten. Doppelpartnerin ist, genau wie in den letzten Jahren, Lucy Shuker (GBR). Donnerstag, 13. Juli

Was für ein Match ….

Sabine im Einzelhalbfinale von Wimbledon

Die Matches zwischen Sabine und Marjolein Buis „unterliegen“ seit vielen Jahren einem besonderen Reiz. Manchmal emotional sehr aufgeladen, in der Regel immer kämpferisch und spannend und ein Dreisatzmatch ist nicht ungewöhnlich. Heute dauerte es exakt 2 Stunden und 42 Minuten Spielzeit, bis die Entscheidung gefallen war und Sabine als Siegerin auf Court 17 in Wimbledon zum Netz rollen konnte: Mit 4:6/7:6(6)/6:4 hat sie das Halbfinale erreicht und wird morgen (ab 12 Uhr MESZ) gegen Yui Kamiji (JPN), aktuelle Nummer 1 der Weltrangliste, um den Einzug ins Finale spielen. Alle drei Sätze waren spannend, auf hohem Niveau, extrem knapp und es wurde um jeden Punkt gekämpft. Buis gelang im ersten Satz zunächst der etwas bessere Start, sie legte ein 2:0 vor, doch Sabine konnte ausgleichen, hatte dann beim Stand von 4:3 kurzzeitig ein Problem mit ihrem Aufschlag und vergab beim Stand von 4:4 und 40:0 die Chance auf eine 5:4 Führung. Hatte man geglaubt, dass der zweite Satz, der erst nach einem Tiebreak entschieden wurde, an Spannung nicht mehr zu überbieten sei, der hatte sich geirrt, Sabine und Marjolein Buis hielten das Match spannend und es war bis zum Stand von 4:4 absolut ausgeglichen. Nachdem sich die Damen in diesem Satz gegenseitig den Aufschlag abgenommen hatten, konnte Sabine bei eigenem starken Aufschlagspiel mit 5:4 in Führung gehen und mit dem zweiten Matchball das Viertelfinale für sich entscheiden. Etwas unverständlich ist, dass die Damen ihre Halbfinals schon in der ersten Runde vor den Herren spielen müssen, also nach der späten Ansetzung heute deutlich weniger Regenerationszeit haben als die Herren haben werden. Das zweite Halbfinale bestreiten Aniek Van Koot und Diede de Groot, beide Niederlande. Freitag, 14. Juli

Ein Traum wird wahr: Einzelfinale in Wimbledon

Sabine brauchte nach dem Match einige Zeit, um zu verstehen, was gerade passiert war: Mit einem 7:6(4)/1:6/7:6(4) gewann sie gegen die aktuelle Nummer 1 der Weltrangliste Yui Kamiji (JPN) nach 2 Stunden und 5 Minuten. Das bedeutet, dass sie gut 6 Wochen nach dem Finale in Paris (Roland Garros) die Chance hat, ihren 3. Grandslam-Titel zu gewinnen. Gegnerin wird Diede de Groot (NED) sein, die ihre Landsfrau A. Van Koot relativ deutlich in zwei Sätzen (6:0/6:3) besiegte. Wie schon im Viertelfinale gegen M. Buis war das Match im ersten und entscheidenden dritten Satz an Spannung nicht zu überbieten. Jeder Punkt umkämpft und fast alle Spiele „eng“. Bereits im ersten Satz gelang Sabine gegen die stark beginnende junge Japanerin mit einer fulminanten Aufholjagd nach einem 1:5 nicht nur der Gleichstand zum 5:5, sie ging sogar mit 6:5 in Führung, musste in einem knappen Spiel noch 6:6 akzeptieren, konnte aber dann den Tiebreak relativ sicher mit 7:4 gewinnen. Mit 6:1 gewann Kamiji sicher den zweiten Satz und nach 1 Stunde und 19 Minuten war das Match wieder offen: 1:1. Im dritten Satz kam Sabine wieder zurück ins Spiel, konnte aber nicht verhindern, dass die Japanerin mit 4:1 in Führung ging. Hoch konzentriert „machte“ sie drei Spiele in Folge (4:4) und hatte beim Stand von 6:5 ihren ersten Matchball, konnte aber den 6:6 Ausgleich nicht verhindern  und so musste wieder der Tiebreak die Entscheidung bringen. Nach einer 2:0 Führung und zwischenzeitlichem Rückstand (2:4) ließ Sabine sich nicht aus der Ruhe bringen und verwandelte mit einer Rückhand ihren zweiten Matchball. Damit erfüllte sich der Traum von einem Finale in Wimbledon. Das Halbfinale gegen die favorisierten M. Buis/D. De Groot (beide NED) haben Sabine und Partnerin Lucy mit 4:6/6:1 verloren. Samstag, 15. Juli

Nur De Groot konnte in Wimbledon gegen Sabine

gewinnen

Sabine musste sich im Finale am Samstag gegen die Holländerin Diede de Groot geschlagen geben. Sie unterlag in zwei Sätzen mit 0:6 und 4:6. „Diede hat mich im ersten Satz förmlich ‚überrannt’. Sie hat fehlerfrei gespielt, mich nicht ins Spiel kommen lassen. Im ersten Satz hat sie mir keine Chance gegeben und war einfach die bessere Spielerin.“ Der jungen De Groot war keinerlei Nervosität anzumerken, womit sie Sabine deutlich verunsicherte. Auf der anderen Seite hatte die Bielefelderin anfangs Mühe, ihrerseits die Nervosität abzulegen und eine Antwort auf das sehr druckvolle und direkte Spiel von De Groot zu finden. „Ich bin eine Rhythmusspielerin. Gegen Kamiji haben wir auf einem tiefen Platz gespielt, auf dem die Bälle kaum absprangen, das Finale fand dann auf einem großen, oft gespielten Platz statt, auf dem die Bälle viel höher absprangen, insbesondere weil De Groot mit so viel Spin agiert hat. Leider konnten wir auf dem Matchcourt vorher nicht trainieren, das hat im ersten Satz mit Sicherheit auch dazu beigetragen, dass ich Schwierigkeiten hatte, in das Match zu finden“, so Sabine. Sabine waren außerdem die langen Matches der Vortage anzumerken, sie wirkte gerade im ersten Satz doch nicht so „spritzig“ wie an den Vortagen. Während De Groot im Halbfinale und Viertelfinale insgesamt weniger als 3 Stunden auf dem Platz stand, musste Sabine in ihren letzten beiden Spielen vor dem Finale jeweils über die volle Distanz gehen und stand alleine am Freitag im Einzel- und Doppel mehr als vier Stunden auf dem Platz Besser als der erste Satz verlief schließlich der 2. Satz. Sabine nahm De Groot direkt den Aufschlag ab und ging mit 2:0 in Führung. Schließlich konnte die Holländerin aber wieder ausgleichen und erneut in Führung gehen. Wie ausgeglichen der 2. Satz war, zeigte am Ende auch die Statistik, nach der De Groot letztlich nur 3 Punkte mehr gewann als Sabine und den Satz letztlich mit 6:4 für sich entschied und so ihren ersten Grand Slam Titel gewann. Trotz der Finalniederlage zeigte Sabine sich nach dem Einzelfinale zufrieden: „Natürlich bin ich enttäuscht, dass ich gerade das Finale verloren habe. Letztlich war Diede heute aber insgesamt die bessere Spielerin, was ich dann auch so akzeptiere. Das Turnier war für mich erneut sehr erfolgreich, vor allem wenn ich bedenke, dass ich bis letzten Montag noch gearbeitet habe, während sich alle anderen Spielerinnen im Rahmen eines Vorbereitungsturniers auf Rasen präparieren konnten. Wo ich stehe habe ich mit den letzten Spielen zeigen können, in denen ich auch die aktuelle Weltranglistenerste Yui Kamiji besiegen konnte, die 7 der letzten 8 Turniere gewonnen hat.“ Mit dem Erreichen des Finals gibt es heute am Abend noch ein ganz spezielle „Highlight“ in London, das Championsdinner, zu dem sich alle Finalisten des renomierten Rasenturniers treffen. Der Dresscode ist „hart“; der Smoking ist schon ausgesucht (in der „Wimbledon- Kleiderkammer“), Sabine war ausreichend vorbereitet angereist.  In den nächsten Wochen geht es dann weiter mit den Turnieren in Berlin, Belgien, Nottingham, Österreich und Kanada, also ein volles Programm an, muss Sabine doch in den Ferien möglichst viele Weltranglistenpunkte sammeln, um sich mittelfristig unter den Top Acht der Welt zu behaupten zu können. Anfang September dann der nächste und letzte Grandslam (US Open) dieser Saison in New York. Die Qualifikation hat Sabine sicher und sie hofft, dass sie von Schulseite die Möglichkeit bekommt, die US Open spielen. Dies auch vor dem Hintergrund, weil Ingo (Herzgeroth) sie auch in New York betreuen würde, denn „ ….. die Zusammenarbeit hat hier in London hervorragend geklappt“. 
Gruppenfoto der Topp-Spieler Rollstuhltennis
Ein gutes Team: Sabine und Ingo Herzgerodt
Foto: ITF
Diede De Groot NED)

aktuelle Informationen

Sabine Ellerbrock Rollstuhltennis

Japan Open (ITFSS), Lizuka, Japan

vom 16. - 21. Mai

Am Sonntag ist Sabine nach mehr als 27 Stunden Anreise in Lizuka angekommen. Bei dem wichtigen Super Series Turnier muss sich Sabine (wie schon in Südafrika) als absolute Einzelkämpferin behaupten und das vor dem Hintergrund der Qualifikation für die US Open und Masters und einem sehr stark besetzten Feld. Mittwoch, 17. Mai

Doppel Viertelfinale erreicht, Donnerstag erstes Einzel

Mit ihrer Partnerin Kanako Domori hat Sabine die erste Runde gegen die japanische Paarung Miyama/Sugiyama mit 6:1/6:3 gewonnen. Im Viertelfinale treffen sie auf die an Nummer zwei gesetzten Buis (NED)/Kamiji (JPN), gehen aber nur als Aussenseiter in das Match. In ihrem ersten Einzel spielt Sabine morgen gegen die Japanerin Saki Takamuro. Donnerstag, 18. Mai

Im Einzel Viertelfinale erreicht, im Doppel im Viertelfinale

unterlegen

Sabine hat heute auch im Einzel das Viertelfinale erreicht. Sie ließ der japanischen Newcomerin Saki Takamuro beim 6:1/6:1 keine Chance. Im Einzel trifft sie überraschend auf die Thailänderin Kanthasit, die die WRL 4. Buis deutlich mit 6:4/6:1 besiegte. Sabine ist gewarnt, weiß sie um die Stärken der Thailänderin: "Sie spielt fast nur in Asien, daher entspricht ihr Ranking nicht ihrem tatsächlichen Können. Sie spielt sehr unangenehm, es ist kaum möglich Rhythmus zu finden. Die cleverere Spielerin wird gewinnen. Es wird ein sehr taktisches Spiel werden, denn sie liebt es, wenn die Gegnerin schnell spielt." Bisher haben beide erst einmal gegeneinander gespielt. 2015 siegte Ellerbrock in drei Sätzen. Wie auch heute werden am Freitag hoch sommerliche Temperaturen erwartet, vorhergesagt sind 30 Grad, eigentlich eine Umgebungstemperatur, die die konditionell starke Sabine liebt. Nicht unerwartet haben Sabine und die Japanerin Kanako Domori (Foto rechts) das Viertelfinale gegen die hoch favorisierten Kamiji (JPN)/Buis (NED) verloren (2:6/1:6). Samstag, 20. Mai

Aus im Viertelfinale

Sabine hat das Viertelfinale gegen die Thailänderin Khanthasit mit 1:6/1:6 verloren. "Das Spiel ging völlig an mir vorbei. Ich kann nicht einmal sagen, ich hätte schlecht gespielt. Sie hat mir wenig Chance gegeben ins Spiel zu finden und die, die ich hatte, habe ich nicht konsequent genutzt, weil ich nicht in der Lage war, den Kopf frei zu bekommen.“ Sabine gab nach dem Match zu, dass die Rahmenbedingungen extrem belasten : "Alle Nationen um dich herum reisen im Team. Es sind immer Hittingpartner und Trainer da bei der Konkurrenz, läuft es mal nicht, kommen aufmunternde Worte vom Rand. All das gibt es halt nicht wirklich, wenn du Rollstuhltennis für Deutschland spielst. Da bist du 24h am Tag auf dich allein gestellt, musst alles organisieren und musst noch die Doppelbelastung mit dem Beruf unter einen Hut bringen. Das zerrt und ärgert, weil bei uns zwar viel erzählt wird von Inklusion, es faktisch aber noch zig Bereiche gibt, wo absolut nichts passiert, Rollstuhltennis ist einer solcher Bereiche!“ Auf das in der Woche vor Pfingsten geplante Turnier in Korea wird Sabine verzichten, die Belastung ist einfach zu groß, wissend, dass die Konkurrenz dort sogar zwei ITF1-Turniere spielt. "Gesundheitlich bin ich zu sehr angeschlagen und auch ohne dies würde alleine der Reisestress und würden die Berufsverpflichtungen die Chance auf ein gutes Abschneiden minimieren. Irgendwann ist dann auch alles nicht nur eine Kopf, sondern auch eine Kostenfrage." Somit wird Sabine vermutlich erst wieder im Juni beim Grand Slam Turnier in Paris aufschlagen.

French Open (ITFGS), Paris, Frankreich

vom 08. - 10. Juni

Donnerstag, 8. Juni

Sabine im Einzel-Halbfinale

Sabine hat das Einzelhalbfinale bei den French Open mit einem deutlichen Sieg (6:3/6:2) gegen Jordanne Whiley (GBR) erreicht und spielt morgen (Freitag) gegen Aniek Van Koot (NED) um den Einzug ins Finale. Van Koot hatte sich nach langem Kampf gegen die aktuelle Nummer 1 und Landsfrau J. Griffioen durchsetzen können (6:7(4)/6:0/6:3). Nach ziemlich genau einer Stunde Spielzeit war es geschafft, die Bielefelderin hatte nach einem Doppelfehler der Britin das Halbfinale erreicht. Es war nach dem wenig glücklichen Tagesverlauf schon bewundernswert, wie konzentriert Sabine das Match von Beginn an bestimmte und ihrer Gegnerin an diesem frühen Abend im hochsommerlichen Paris mit einer guten, phasenweise sogar starken Leistung, keine wirkliche Chance ließ.   Der heutige lange Tag hatte, genau wie schon der Mittwoch, für erhebliche Unruhe gesorgt. Grund war vor allem die Bereitstellung und Koordination der Trainingseinheiten. Heute waren es nur 30 Minuten und gestern hatte nur Sabine keine Möglichkeit, mit Trainer B. Kerbein und Hittingpartner D. Vogt auf den Coarts in Roland Garros selbst trainieren zu können. Gott sei Dank ohne Folgen, aber ein Anlass, die Organisatoren stärker zu „fordern“. Nach dem Halbfinale Einzel (2. Ansetzung nach 11 Uhr am Freitag) werden am Nachmittag noch die Halbfinale im Doppel gespielt. Mit ihrer Partnerin Charlotte Famin (FRA) wird Sabine gegen die an Nummer 1 gesetzten Griffioen/V. Koot (beide NED) antreten. Freitag, 9. Juni

Eine ganz starke Leistung: Finale

In einem extrem spannenden Match gegen die Holländerin Aniek Van Koot gelang Sabine mit einem 7:6(2)/7:6(5) der Einzug in das Finale bei den French Open und sie wird morgen gegen Yui Kamiji (Japan) um den Einzeltitel bei diesem traditionsreichen Turnier in Roland Garros kämpfen. Kamiji konnte sich im zweiten Halbfinale gegen die Vorjahressiegerin M. Buis (Niederlande) ebenfalls in zwei Sätzen durchsetzen. Das Halbfinale gegen Van Koot war von Beginn an ausgeglichen, die Damen spielten auf „Augenhöhe“ und kämpften um jeden Punkt. In den das Spiel letztlich entscheidenden Momenten war es aber Sabine, die die Punkte machte und nach einem kurzen „Hänger“ Anfang des zweiten Satzes schnell wieder „in ihr Spiel“ zurück fand, sich nicht aus ihrem Konzept bringen ließ und souverän die beide Sätze entscheidenden Tie Breaks spielte. Für Sabine ist es morgen das dritte Einzelfinale bei den French Open. Nach ihrem Sieg 2013  musste sie sich im vergangenen Jahr gegen Buis im Finale geschlagen geben. Morgen geht Kamiji als Favoritin in das Finale, für Sabine war das Erreichen des Finales „… eines der bewegendsten Momente nach Monaten, die viel schwerer nicht sein konnten ..“. Entsprechend wird sie entspannt, aber hoch motiviert Samstag gegen 13 Uhr auf Coart 6 in das Finale gehen, unterstützt von ihrem Team und vielen treuen französischen Fans. Im Doppelhalbfinale mussten sich Sabine und ihre französische Partnerin Charlotte Famin am späten Nachmittag knapp gegen die an Nummer 1 gesetzten J. Griffioen/A. Van Koot (beide NED) mit 4:6/4:6 geschlagen geben. Der ersten Satz hätten Sabine und C. Famin durchaus für sich entscheiden können und im zweiten Satz gelang ihnen nach einem 2:5 – angefeuert durch das französische Publikum – fast der Ausgleich zum 5:5, weil die Holländerinnen zunehmend nervös wurden, letztlich aber mit etwas Glück den entscheidenden Punkt zum 6:4 machten. Samstag, 10. Juni

Runner-Up in Roland Garros nach unglücklicher

Finalniederlage

Sabine hat das Einzelfinale nach zwei Stunden Spielzeit und hartem Kampf knapp mit 5:7 und 4:6 gegen die aktuelle Nr.2 der Weltrangliste Yui Kamiji (Japan) verloren. Der Spielverlauf des Endspiels hätte unglücklicher nicht sein können: Sabine dominierte bis zum 2:1 das Spiel, hatte Spielball zum 3:1, als eine deutliche Fehlentscheidung des Stuhlschiedsrichters Sabine den Punkt kostete und die Japanerin zum 2:2 ausglich. Der Ball war deutlich hinter der Grundlinie gelandet, Sabine stoppte daraufhin das Spiel und markierte den Abdruck. "Der Ball war so klar im AUS, dass ich sicher war, der Stuhlschiedsrichter hätte es gesehen." Weit gefehlt, er zeigte – überhaupt nicht nachvollziehbar - einen ganz anderen Abdruck, deutlich neben dem wirklichen Aufschlagpunkt (Anmerkung: Konnte ich als Beobachter in idealer Position nur bestätigen: eindeutig im Aus). Sabine verlor nach dieser Fehlentscheidung zunächst sichtbar den Faden und gab die nächsten 3 Spiele ab. "Da denkst du, so etwas kann dir dank Abdruck in einem Grand Slam Finale auf Asche nicht passieren und dann so etwas. Mein Problem in dem Moment war, dass ich mir 100 Prozent  sicher war und es ein Spielball war - es ging mir daher so schnell nicht aus dem Kopf...." Trotz 2:5 Rückstand kämpfte sich Sabine aber wieder zurück und hatte schließlich bei 5:5 zwei Spielbälle zum 6:5. Ein Linienball von Kamiji und eine Rückhand von Sabine, die nur minimal außerhalb des Spielfelds aufschlug, sorgten für eine 6:5 Führung der Japanerin, die dann den ersten Satz mit 7:5 gewinnen konnte. Auch der zweite Satz  war ausgeglichen. Nach einem Break zum 3:4 geriet die Sabine aber erneut 3:5 in Rückstand, holte zwar wieder auf, konnte aber leider zwei Spielbälle nicht zum 5:5 Ausgleich nutzen. Nach knapp zwei Stunden verwandelte Kamiji schließlich den Matchball zum 7:5,6:4. Schade, das Finale hätte auch anders ausgehen können, aber Sabine hat nur drei Monate nach der Amputation ihres Unterschenkels ein super Turnier gespielt und – wie im Vorjahr - das Finale des Grand Slam Turniers erreicht und in Paris bewiesen, dass sie zur absoluten Weltspitze zählt und jede Spielerin schlagen kann. "Ich war mit dem Gesamtturnier sehr zufrieden. Es war mein 6. Grand Slam Einzelfinale und eines der emotionalsten Turniere. Nach meinem Finaleinzug im Halbfinale gegen Aniek Van Koot wurde ich von meinen Gefühlen überwältigt. Ich konnte nichts gegen die Tränen tun, ich war nach dem Matchball so emotional, dass diese einfach in den Augen standen. 2013 konnte ich hier das erste Mal den Titel holen. Damals widmete ich diesen meiner besten Freundin, Claudia Fornefeld, die Anfang 2013 an Krebs verstorben war. Sie ist seit dem jedes Jahr hier ‚bei mir’, es war 2012 das letzte Turnier, das wir gemeinsam besuchten. Außerdem waren die letzten Monate wirklich schwer für mich, sodass sich in so einem Moment dann alles entlädt, was sich an Emotionen angestaut hat." Nach der Siegerehrung ging es dann sofort mit dem Auto zurück nach Bielefeld, wartete doch am Sonntagmittag eine Rollstuhlpräsentation im Rahmen eines Bundesligaspiels in Hannover. Es blieben nach der ganz frühen Ankunft am Sonntagmorgen zwar nur wenige Stunden Schlaf, aber eine Zusage ist eine Zusage, wartete doch ein gemischtes Doppel mit Anna-Lena Grönefeld, Mirko Slomka und Rollstuhlspieler A. Dittmar. .
J. Whiley (GBR)
A. V. Koot (NED)
Geschafft ….
C. Famin (FRA)
Foto: Bruno Vandenvelde

Wimbledon (ITFGS), London (GBR)

vom 13. - 16. Juli

Mittwoch, 12. Juli

Viertelfinale gegen M. Buis (NED)

Morgen ist es soweit, die Rollis starten mit dem Viertelfinale ihre erste Runde des Einzelwettbewerbs in Wimbledon, Freitag beginnt dann der Doppelwettbewerb mit dem Halbfinale. Sabines Gegnerin im Viertelfinale ist M. Buis (NED), das Match um den Einzug ins Halbfinale ist für die dritte Runde angesetzt, wird also ca. 15 Uhr (MESZ) beginnen. Betreut wird Sabine in London von Ingo Herzgerodt, Trainer von Anna-Lena Grönefeld und - genau wie Sabine - sehr zufrieden mit den ersten gemeinsamen Trainingseinheiten. Doppelpartnerin ist, genau wie in den letzten Jahren, Lucy Shuker (GBR). Donnerstag, 13. Juli

Was für ein Match ….

Sabine im Einzelhalbfinale von Wimbledon

Die Matches zwischen Sabine und Marjolein Buis „unterliegen“ seit vielen Jahren einem besonderen Reiz. Manchmal emotional sehr aufgeladen, in der Regel immer kämpferisch und spannend und ein Dreisatzmatch ist nicht ungewöhnlich. Heute dauerte es exakt 2 Stunden und 42 Minuten Spielzeit, bis die Entscheidung gefallen war und Sabine als Siegerin auf Court 17 in Wimbledon zum Netz rollen konnte: Mit 4:6/7:6(6)/6:4 hat sie das Halbfinale erreicht und wird morgen (ab 12 Uhr MESZ) gegen Yui Kamiji (JPN), aktuelle Nummer 1 der Weltrangliste, um den Einzug ins Finale spielen. Alle drei Sätze waren spannend, auf hohem Niveau, extrem knapp und es wurde um jeden Punkt gekämpft. Buis gelang im ersten Satz zunächst der etwas bessere Start, sie legte ein 2:0 vor, doch Sabine konnte ausgleichen, hatte dann beim Stand von 4:3 kurzzeitig ein Problem mit ihrem Aufschlag und vergab beim Stand von 4:4 und 40:0 die Chance auf eine 5:4 Führung. Hatte man geglaubt, dass der zweite Satz, der erst nach einem Tiebreak entschieden wurde, an Spannung nicht mehr zu überbieten sei, der hatte sich geirrt, Sabine und Marjolein Buis hielten das Match spannend und es war bis zum Stand von 4:4 absolut ausgeglichen. Nachdem sich die Damen in diesem Satz gegenseitig den Aufschlag abgenommen hatten, konnte Sabine bei eigenem starken Aufschlagspiel mit 5:4 in Führung gehen und mit dem zweiten Matchball das Viertelfinale für sich entscheiden. Etwas unverständlich ist, dass die Damen ihre Halbfinals schon in der ersten Runde vor den Herren spielen müssen, also nach der späten Ansetzung heute deutlich weniger Regenerationszeit haben als die Herren haben werden. Das zweite Halbfinale bestreiten Aniek Van Koot und Diede de Groot, beide Niederlande. Freitag 14. Juli

Ein Traum wird wahr: Einzelfinale in Wimbledon

Sabine brauchte nach dem Match einige Zeit, um zu verstehen, was gerade passiert war: Mit einem 7:6(4)/1:6/7:6(4) gewann sie gegen die aktuelle Nummer 1 der Weltrangliste Yui Kamiji (JPN) nach 2 Stunden und 5 Minuten. Das bedeutet, dass sie gut 6 Wochen nach dem Finale in Paris (Roland Garros) die Chance hat, ihren 3. Grandslam-Titel zu gewinnen. Gegnerin wird Diede de Groot (NED) sein, die ihre Landsfrau A. Van Koot relativ deutlich in zwei Sätzen (6:0/6:3) besiegte. Wie schon im Viertelfinale gegen M. Buis war das Match im ersten und entscheidenden dritten Satz an Spannung nicht zu überbieten. Jeder Punkt umkämpft und fast alle Spiele „eng“. Bereits im ersten Satz gelang Sabine gegen die stark beginnende junge Japanerin mit einer fulminanten Aufholjagd nach einem 1:5 nicht nur der Gleichstand zum 5:5, sie ging sogar mit 6:5 in Führung, musste in einem knappen Spiel noch 6:6 akzeptieren, konnte aber dann den Tiebreak relativ sicher mit 7:4 gewinnen. Mit 6:1 gewann Kamiji sicher den zweiten Satz und nach 1 Stunde und 19 Minuten war das Match wieder offen: 1:1. Im dritten Satz kam Sabine wieder zurück ins Spiel, konnte aber nicht verhindern, dass die Japanerin mit 4:1 in Führung ging. Hoch konzentriert „machte“ sie drei Spiele in Folge (4:4) und hatte beim Stand von 6:5 ihren ersten Matchball, konnte aber den 6:6 Ausgleich nicht verhindern  und so musste wieder der Tiebreak die Entscheidung bringen. Nach einer 2:0 Führung und zwischenzeitlichem Rückstand (2:4) ließ Sabine sich nicht aus der Ruhe bringen und verwandelte mit einer Rückhand ihren zweiten Matchball. Damit erfüllte sich der Traum von einem Finale in Wimbledon. Das Halbfinale gegen die favorisierten M. Buis/D. De Groot (beide NED) haben Sabine und Partnerin Lucy mit 4:6/6:1 verloren. Samstag, 15. Juli

Nur De Groot konnte in Wimbledon gegen Sabine

gewinnen

Sabine musste sich im Finale am Samstag gegen die Holländerin Diede de Groot geschlagen geben. Sie unterlag in zwei Sätzen mit 0:6 und 4:6. „Diede hat mich im ersten Satz förmlich ‚überrannt’. Sie hat fehlerfrei gespielt, mich nicht ins Spiel kommen lassen. Im ersten Satz hat sie mir keine Chance gegeben und war einfach die bessere Spielerin.“ Der jungen De Groot war keinerlei Nervosität anzumerken, womit sie Sabine deutlich verunsicherte. Auf der anderen Seite hatte die Bielefelderin anfangs Mühe, ihrerseits die Nervosität abzulegen und eine Antwort auf das sehr druckvolle und direkte Spiel von De Groot zu finden. „Ich bin eine Rhythmusspielerin. Gegen Kamiji haben wir auf einem tiefen Platz gespielt, auf dem die Bälle kaum absprangen, das Finale fand dann auf einem großen, oft gespielten Platz statt, auf dem die Bälle viel höher absprangen, insbesondere weil De Groot mit so viel Spin agiert hat. Leider konnten wir auf dem Matchcourt vorher nicht trainieren, das hat im ersten Satz mit Sicherheit auch dazu beigetragen, dass ich Schwierigkeiten hatte, in das Match zu finden“, so Sabine. Sabine waren außerdem die langen Matches der Vortage anzumerken, sie wirkte gerade im ersten Satz doch nicht so „spritzig“ wie an den Vortagen. Während De Groot im Halbfinale und Viertelfinale insgesamt weniger als 3 Stunden auf dem Platz stand, musste Sabine in ihren letzten beiden Spielen vor dem Finale jeweils über die volle Distanz gehen und stand alleine am Freitag im Einzel- und Doppel mehr als vier Stunden auf dem Platz Besser als der erste Satz verlief schließlich der 2. Satz. Sabine nahm De Groot direkt den Aufschlag ab und ging mit 2:0 in Führung. Schließlich konnte die Holländerin aber wieder ausgleichen und erneut in Führung gehen. Wie ausgeglichen der 2. Satz war, zeigte am Ende auch die Statistik, nach der De Groot letztlich nur 3 Punkte mehr gewann als Sabine und den Satz letztlich mit 6:4 für sich entschied und so ihren ersten Grand Slam Titel gewann. Trotz der Finalniederlage zeigte Sabine sich nach dem Einzelfinale zufrieden: „Natürlich bin ich enttäuscht, dass ich gerade das Finale verloren habe. Letztlich war Diede heute aber insgesamt die bessere Spielerin, was ich dann auch so akzeptiere. Das Turnier war für mich erneut sehr erfolgreich, vor allem wenn ich bedenke, dass ich bis letzten Montag noch gearbeitet habe, während sich alle anderen Spielerinnen im Rahmen eines Vorbereitungsturniers auf Rasen präparieren konnten. Wo ich stehe habe ich mit den letzten Spielen zeigen können, in denen ich auch die aktuelle Weltranglistenerste Yui Kamiji besiegen konnte, die 7 der letzten 8 Turniere gewonnen hat.“ Mit dem Erreichen des Finals gibt es heute am Abend noch ein ganz spezielle „Highlight“ in London, das Championsdinner, zu dem sich alle Finalisten des renomierten Rasenturniers treffen. Der Dresscode ist „hart“; der Smoking ist schon ausgesucht (in der „Wimbledon- Kleiderkammer“), Sabine war ausreichend vorbereitet angereist.  In den nächsten Wochen geht es dann weiter mit den Turnieren in Berlin, Belgien, Nottingham, Österreich und Kanada, also ein volles Programm an, muss Sabine doch in den Ferien möglichst viele Weltranglistenpunkte sammeln, um sich mittelfristig unter den Top Acht der Welt zu behaupten zu können. Anfang September dann der nächste und letzte Grandslam (US Open) dieser Saison in New York. Die Qualifikation hat Sabine sicher und sie hofft, dass sie von Schulseite die Möglichkeit bekommt, die US Open spielen. Dies auch vor dem Hintergrund, weil Ingo (Herzgeroth) sie auch in New York betreuen würde, denn „ ….. die Zusammenarbeit hat hier in London hervorragend geklappt“.   
       Ingo Herzgerodt                         Artikel NW vom 11.07.2017
Ein gutes Team: Sabine und Ingo Herzgerodt
Gruppenfoto der Topp-Spieler Rollstuhltennis 
Foto: ITF
Diede De Groot NED)